Zweite Andacht - Herz-Jesu-Familie

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Die Heilige Stunde
Zweite Andacht
Es lebe + Jesus!

Zweite Andacht der Heiligen Stunde

Die Ursachen der Todesangst Jesu

Vorbereitungsgebet

O liebevoller Erlöser! Ich komme zu Dir, um diese Heilige Stunde, die Du einst von Deiner  Braut, der heiligen Margareta Maria Alacoque, verlangt hast, in Vereinigung mit Deinem Todesangst leidenden Herzen zuzubringen. Verleihe mir eine innige Teilnahme an Deinen un-ermeßlichen Schmerzen und an dem tiefen Mitleid, das die Seele Deiner heiligsten Mutter in jener Nacht Deiner bitteren Todesangst erfüllte. Laß mich während dieser Stunde mit Dir wachen und beten, um den Zorn Deines himmlischen Vaters zu besänftigen, um Barmherzigkeit für die Sünder zu erlangen und um Dich zu trösten für den Schmerz, den Du über die Teilnahmslosigkeit Deiner Apostel empfunden hast.

In der Erkenntnis meines Unvermögens opfere ich Dir auf die Gefühle Deiner heiligen Mutter, der heiligen Margareta Maria Alacoque und aller frommen Seelen, die Dir jemals den größten Trost bereitet haben und noch bereiten in diesem Geheimnis der Schmerzen und der Liebe. Amen.
Erste Ursache: Unsere Sünden

Ein erschütterndes Beispiel bietet sich mir im Garten Gethsemane dar. Ich sehe Dich, o Jesus, den eingeborenen Sohn Gottes, dem Sturm und Wellen gehorchen, der Wohltaten spendend auf Erden einherging, tief gebeugt im Staube liegen und laut seufzend mit dem Tode ringen. Warum?... Unserer Sünden wegen!

Unsere Sünden sind die Ursachen Deiner Tränen, Deiner Seufzer, Deiner Todesangst! Jetzt, da Du im Begriff stehst, für uns in den Tod zu gehen, stellt sich die endlose Reihe der Sünden und Freveltaten aller Menschen und aller Zeiten in erschreckender Weise vor Deine Augen. Vor Dir liegt aufgeschlagen das Schuldbuch aller Völker, die in offenem Haß sich von Dir, ih-rem Schöpfer, abwenden, die wähnen, ohne Gott auszukommen und ihm den Krieg erklären zu können; das Schuldbuch aller Familien, Stände, Geschlechter und Alter, sowie jeder einzelnen Seele! In ihrer ganzen Schreckensgestalt stehen sie vor Dir die Sünden der Gottlosigkeit und Sittenlosigkeit unserer Zeit, die grauenvollen Gottesraube und teuflischen Entweihungen der heiligen Sakramente, besonders des anbetungswürdigen Geheimnisses unserer Altäre, in dem Du, o guter Heiland, Dein ganzes göttliches Herz niedergelegt hast. All diese Fre-veltaten  lasten  auf  Dir  so schwer und schmerzlich und flößen Dir ein solches Entsetzen ein, daß sie blutigen Schweiß aus allen Poren Deines gebenedeiten Leibes pressen und Deinem Herzen die flehentlichsten Seufzer und Angstrufe entlocken. – Was muß es doch Schreckliches sein um der Sünde!

Auch meine Sünden und Verfehlungen, meine Untreuen und Nachlässigkeiten, die ich so leichtsinnig zu begehen wage, sind Dir, o göttlicher Heiland, gegenwärtig und verwunden tief Dein Heiligstes Herz. Auch ich habe beigetragen zu Deiner bitteren Todesangst, auch ich war ein Gegenstand des Schmerzes für Dich! O Jesus, Barmherzigkeit! Vergib mir und allen armen Sündern!

Diese zahllosen Sünden und Frevel werden jetzt Deine Sünden, o göttliches Opferlamm. Der himmlische Vater legt sie auf Deine Schultern; denn Du hast mit freiem Willen die Bürgschaft für das ganze Menschengeschlecht übernommen. Du bist der Bürge, der Stellvertreter für alle Schuldigen, gleich al wärest Du der Urheber aller Schandtaten, die je begangen worden sind. Darum sagt der Prophet Isaias von Dir: „Unser aller Missetat hat der Herr auf ihn gelegt.“ Du erscheinst vor dem reinsten Auge Deines himmlischen Vaters gleichsam in Sünden gehüllt, gleichsam ganz Sünde gemäß den Worten des heiligen Paulus: „Ihn, der von keiner Sünde wußte, hat er für uns zur Sünde gemacht“, um seinen göttlichen Zorn, den so viele Verbrechen heraufbeschworen, auf Dich zu laden.

O mein Heiland, wer kann das innerliche Erschaudern, das verzweifelte Ringen Deiner heiligen Seele beschreiben, als Du Dich mit dieser Sündenschande beladen sahest? Du bist die Unschuld selbst, auch inmitten der Schuld, und kannst auch nicht durch den geringsten Hauch der Sünde befleckt werden. Wer vermag den Schmerz Deines Heiligsten Herzens zu ermessen, als Du erbarmungslos den zermalmenden Schlägen der göttlichen Gerechtigkeit preisge-geben wurdest? Hier ging das Wort des Propheten an Dir in Erfüllung: „Er ist zermalmt worden wegen unserer Sünden.“

Tiefe Beschämung erfüllt mich, o Jesus, ob meiner zahlreichen Sünden! Ach, daß ich so spät erst erkenne, wie verabscheuungswürdig sie sind, wie wehe sie Deinem Heiligsten Herzen tun! Ich bereue es, Dich beleidigt zu haben; nie möge dieser Schmerz aus meinem Herzen weichen. Er soll dauern, solange ich lebe, ich will ihn mit mir nehmen in’s Grab. Ach, daß er so lebendig, so gewaltig und bitter wäre, daß ich lieber sterben möchte, als Dich je wieder mit einer freiwilligen Sünde zu betrüben.

V. Herz Jesu, Schlachtopfer für die Sünden der Welt,
A. erbarme Dich unser.
V. Schone, o Herr, schone Deines Volkes,
A. und zürne uns nicht in Ewigkeit.

Reuegebet
(Nach Papst Pius VI.)

Barmherziger, gütiger Gott, laß Dich herab auf uns arme, elende Geschöpfe denselben Blick des Mitleids zu werfen, mit dem Du Deinen göttlichen Sohn angeschaut, als er im Ölgarten vor Deinem Angesichte zur Erde niedergeworfen lag, das Herz gebrochen vor Schmerz über die Sünden der ganzen Welt. Wir erkennen und bekennen unserer große Schuld und beteuern in aufrichtiger Bußgesinnung:

Daß wir gesündigt haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir so oft schwer gesündigt haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir in Gedanken, Worten und Werken gesündigt haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir so vorsätzlich und freventlich gesündigt haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir Deine heiligen Gebote so vermessentlich übertreten haben, - Bereuen wir von Her-zen.
Daß wir Deine Allmacht nicht gefürchtet haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir Deine Güte und Langmut mißbraucht haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir die Wunden und Schmerzen Deines Sohnes, unseres Herrn und Erlösers erneuert haben, - Bereuen wir von Herzen!
Daß wir Deine gerechten Strafen in dieser und in der anderen Welt dadurch verdienst haben, - Bereuen wir von Herzen!
Wie wir Dich, o Gott, durch unsere Sünden beleidigt haben, - Bereuen wir von Herzen!
Weil wir Dich dadurch beleidigt erzürnt haben, - Bereuen wir von Herzen!
Wie wir Dir dadurch mißfällig geworden sind, - Bereuen wir von Herzen!
Weil wir Dich jetzt über alles lieben, - Bereuen wir unsere Sünden!
In Vereinigung mit jener innigen Liebesreue, die Deine heiligen Büßer empfunden haben, - Bereuen wir unsere Sünden!
In Vereinigung mit jenem Abscheu vor jeder, auch der geringsten Sünde, den Deine heilige Jungfräuliche Mutter stets bei sich getragen hat, - Bereuen wir unsere Sünden!

In Vereinigung mit jenem namenlosen Schmerz, den Jesus, Dein göttlicher Sohn, am Ölberge wegen unserer und der ganzen Welt Sünden in seinem liebevollen Herzen empfunden hat, - Bereuen wir unsere Sünden!
Lasset uns beten!

O Gott, der Du durch die Sünde beleidigt, durch die Buße aber wieder versöhnt wirst, siehe gnädig auf das Gebet deines flehenden Volkes und wende von uns ab die Geißel Deines Zornes, die wir durch unsere Sünden verdient haben. Amen.

Zweite Ursache: Jesu bitteres Leiden

Die Sünden, mit denen Dir, o göttlicher Heiland, Dich beladen siehst, sind nicht die einzige Ursache Deines qualvollen Todeskampfes. Auch Dein bevorstehendes Leiden und Sterben verursacht Dir bereits im Ölgarten eine Seelenpein, die sich bis zur Todesnot steigert.

Alle Einzelheiten dieses schmerzlichen Leidens sind Deinem allsehenden Auge in ihrer ganzen Bitterkeit gegenwärtig, so daß Du schon jetzt auf’s tiefste alle Qualen, alle Verdemütigungen, alle Schmach und Pein empfindest, die Deiner harren. Schon siehst Du im Geiste den treulosen Jünger auf Dich zukommen zum Verräterkuß... die Rotte der bewaffneten Soldaten, die sich an Deiner geweihten Person vergreifen, Dich binden und gefangennehmen. Du erlebst bereits die Flucht Deiner Apostel, die Verleugnung Petri... Wie weh tut das Deinem Herzen.

O Liebster Jesus, ich will Dich trösten in Deinem Schmerz, will bei Dir bleiben, wenn alle Dich verlassen, will Dir Beweise meiner Liebe und Treue geben und Dich furchtlos vor den Menschen bekennen.

Tief empfindest Du, o göttlicher Heiland, im voraus die Schmachvolle Behandlung der gottlosen Richter, den ungerechten grausamen Backenstreich, den in roher Knecht Dir zu geben wagt, den Spott und Hohn, mit dem die Soldaten im Gefängnis Dich überhäufen. Um dieser Verdemütigungen und Lästerungen willen erbarme Dich, o schuldloses Gotteslamm, jener stolzen Seelen, die auch heute noch das Recht sich anmaßen, Dich zu richten und zu verurteilen, um ihren Hochmut zu rechtfertigen und ungehinderter der Sünde sich hingeben zu können.

Welch qualvolles Bild stellt sich Dir vor Augen, da Du, mein Erlöser, Dich zur blutigen Geißelung verurteilt siehst! Vor Schmerz zusammenzuckend, fühlst Du schon die grausamen Schläge Deiner Peiniger, die Deinen heiligen Leib zerfleischen, bis er nur noch eine Wunde ist! Dein Blut, der kostbare Lösepreis für unsere Sünden, rinnt zur Erde nieder und wird von den rohen Henkersknechten mit Füßen getreten. – O göttlicher Dulder, so furchtbar büßest Du unsere Sünden der Ausschweifung, der Weichlichkeit und Opferscheu! O laß Dein für mich an der Geißelsäule vergossenes Blut das Heilsbad sein, in das ich meine befleckte Seele untertauche, damit sie gereinigt werde von allem, was Dir an mir mißfällt.

Um Deine Königswürde zu verspotten, krönt man Dein heiliges Haupt mit einer Krone von Dornen, deren Spitzen tief in die Schläfen getrieben, Dir entsetzliche Schmerzen bereiten. Man gibt Dir ein Rohr in die Hand und wirft einen schmutzigen Purpurmantel um Deine wunden Schultern. „Sei gegrüßt, König der Juden“, rufen Dir spöttisch die Henkersknechte zu und beugen hohnlachend das Knie vor Dir.

O König der Herzen, der Du unter solchen Körper- und Seelenpeinen die Auflehnung jener sühnst, die Deine Königswürde nicht anerkennen und sich nicht beugen wollen unter das milde Joch Deiner Gebote, errichte Dir, ich bitte Dich, einen Thron der Liebe in meinem armseligen Herzen und herrsche darin für Zeit und Ewigkeit.

Nun wirst Du in Deinem erbarmungswürdigen Zustand zu Pilatus zurückgeführt und dem Volk gezeigt. Aber keine mitleidige Seele weilt in Diner Nähe; Du bist allein in Deinem unsagbaren Schmerze... An Dein Ohr klingt nur der Ruf der undankbaren blutdürstigen Volksmenge: „Hinweg mit ihm, kreuzige ihn.“ Schweigend, gleich einem Lamm das zur Schlachtbank geführt wird und seinen Mund nicht öffnet, läßt Du alles über Dich ergehen und nimmst das Kreuz auf Deine Schultern. Dein himmlischer Vater hat es so vorherbestimmt; aus sei-nen Händen empfängst Du es voll Ergebung, voll Liebe, noch ehe die Schergen es Dir aufbürden. Die Sünden einer ganzen Welt machen es so schwer und drückend, daß Du mehrmals auf dem Wege darunter zusammenbrichst. Auf Golgatha angekommen, gehorchst Du willig Deinen Henkern, die Dich auf die unmenschliche Weise annageln an das Kreuzesholz. Da hängst Du nun, o göttliches Opferlamm, zwischen zwei Verbrechern am Kreuze erhöht, zu Deinen Füßen die höhnende Volksmenge und Deine Mutter, deren Anblick Dein Herz schmerzlicher noch durchbohrt, als die grausamen Nägel Deiner Hände und Füße. Noch steht Dir die qualvolle Verlassenheit von Deinem himmlischen Vater  bevor, dann hauchst Du in seine Hände Dein Leben aus zu unserm ewigen Heile. O Geheimnis der göttlichen Liebe für uns arme Sünder!

O guter Jesus, wie muß die Vorempfindung dieser schmerzlichen Leiden Dich quälen und peinigen, da Zittern und Zagen Dich befällt, Dein Herz vor Furcht und Schrecken sich zusammenkrampft und blutiger Angstschweiß Dich über und über bedeckt, da Du eine Todesangst erleidest, wie sie nie ein Mensch durchkostet hat! Mein Verstand ist zu schwach, mein Herz zu ohnmächtig, um Dein namenloses Leiden zu fassen. Ich kann nur anbetend vor Dir niederfallen, um Dir zu danken für das, was Du für mich getan und gelitten, und Dich zu bitten, wenigstens einen Funken Deines göttlichen Liebesfeuers in mein Herz fallen zu lassen, damit es von inniger Gegenliebe zu Dir erglühe. Amen.

V. Wie beten Dich an, o Jesus, und benedeien Dich,
A. denn durch Deine heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
V. Schone, o Herr, schone Deines Volkes,
A. und zürne uns nicht in Ewigkeit.

Litanei vom bitteren Leiden

Herr, erbarme Dich unser!
Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich unser!
Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!
Gott Vater im Himmel, - Erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, - Erbarme Dich unser!
Heilige Dreifaltigkeit, ein Gott, - Erbarme Dich unser!
Jesus, Du Heiland der Welt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, im Garten Gethsemane zum Vater betend, - Erbarme Dich unser!
Jesus, in der Todesangst von Blutschweiß überronnen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, vom Engel gestärkt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von Judas mit einem Kusse verraten, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von den Henkern mit Stricken gebunden, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von Deinen Jüngern verlassen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, dem Annas und Kaiphas als Missetäter vorgestellt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, vom Knechte des Hohen Rates in’s Gesicht geschlagen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von falschen Zeugen angeklagt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, verspottet, bespieen, verhüllt und verhöhnt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von Petrus dreimal verleugnet, - Erbarme Dich unser!
Jesus, gebunden dem Pilatus überliefert, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von Herodes mit einem weißen Kleide verspottet, - Erbarme Dich unser!
Jesus, dem Mörder Barrabas nachgesetzt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, mit Geißeln geschlagen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, zum Hohn mit einem Purpurmantel bekleidet, - Erbarme Dich unser!
Jesus, mit Dornen gekrönt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, mit einem Rohr auf’s Haupt geschlagen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von Pilatus dem Volke zum Mitleid vorgestellt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von den Juden einhellig zum Tode gefordert, - Erbarme Dich unser!
Jesus, von Pilatus unschuldig zur Kreuzigung überliefert, - Erbarme Dich unser!
Jesus, mit der Last des Kreuzes beladen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, auf dem Kalvarienberg Deiner Kleider beraubt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, mit Nägeln an’s Kreuz geschlagen, - Erbarme Dich unser!
Jesus, am Kreuze noch verspottet und gelästert, - Erbarme Dich unser!
Jesus, mit Galle und Essig getränkt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, Dein Haupt zum Tode geneigt, - Erbarme Dich unser!
Jesus, gehorsam bis zum Tode des Kreuzes, - Erbarme Dich unser!
Sei uns gnädig! – Verschone uns, o Jesus!
Sei uns gnädig! – Erhöre uns, o Jesus!
Von allem Übel, - Erlöse uns, o Jesus!
Von aller Sünde, - Erlöse uns, o Jesus!
Von Gleichgültigkeit gegen Dein heiliges Leiden und Sterben, - Erlöse uns, o Jesus!
Von Ungeduld im Leiden, - Erlöse uns, o Jesus!
Von Mangel an Mitleid, - Erlöse uns, o Jesus!
Von Unbußfertigkeit des Herzens, - Erlöse uns, o Jesus!
Vom ewigen Tode, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine unendliche Liebe, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deinen Blutschweiß im Garten Gethsemane, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine Gefangennahme, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine Verspottung und Mißhandlung, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine Geißelung und Krönung, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Dein mühseliges Kreuztragen, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine grausame Kreuzigung, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine Verlassenheit am Kreuze, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deine heiligen Wunden, - Erlöse uns, o Jesus!
Durch Deinen bitteren Tod, - Erlöse uns, o Jesus!
In der Stunde des Gerichtes, - Erlöse uns, o Jesus!
Wir armen Sünder, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß Du uns in Deinem Heiligen Blute von allen Sünden reinigen wollest, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß Du uns die Früchte Deines Leidens mitteilen wollest, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß Du uns zu wahren Liebhabern Deines heiligen Kreuzes machen wollest, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß wir durch die Kraft Deines heiligen Kreuzes den Teufel, die Welt und das Fleisch überwinden, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß wir unser Kreuz täglich auf uns nehmen und Dir bereitwillig nachtragen, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß aus Liebe zu Dir uns die Welt und wir der Welt gekreuzigt seien, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß wir bei aller Trübsal in Deinem heiligen Kreuz Geduld und Hilfe finden, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß uns in der Sterbestunde Dein heiliges Kreuz Trost und Stärke gewähre, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß wir durch Dein heiliges Kreuz zur himmlischen Glorie gelangen, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Jesus Christus, für uns geängstigt, verspottet, gegeißelt, gekrönt und gekreuzigt, - Wir bitten Dich, erhöre uns!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, - Verschone uns, o Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, - Erhöre uns, o Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, - Erbarme Dich unser, o Herr!
Christus höre uns!
Christus erhöre uns!
Herr, erbarme Dich unser!
Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich unser!

Vater unser... Gegrüßet seist du, Maria...

V. Gott hat selbst seines eingeborenen Sohnes nicht geschont,
A. Er hat ihn für uns alle in den Tod gegeben.

Lasset uns beten!

Herr Jesus Christus, der Du den Schoß deines himmlischen Vaters verlassen und am Stamme des Kreuzes Dein Kostbares Blut zur Vergebung der Sünden vergossen hast: Wir bitten Dich demütig, Du wollest uns in Deinem Heiligen Blute reinwaschen von allen unseren Sünden und uns am Tage des Gerichtes aufnehmen in die ewigen Freuden, der Du lebst und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Dritte Ursache

Die Nutzlosigkeit des Leidens und Sterbens Jesu für so viele Seelen

Leiden ist schwer, so schwer; aber umsonst leiden , das ist furchtbar; das ist unaussprechlich. Diesen Schmerz hast Du, o göttlicher Heiland, im höchsten Maße verkosten wollen. Du siehst in den angstvollen Ölbergstunden die Nutzlosigkeit Deines Opfertodes am Kreuze für viele, vieler Menschen voraus. Diese traurige Gewißheit füllt den Kelch des Leidens mit Bitterkeit bis zum Rande, sie durchbohrt Dein Herz und hätte es gebrochen vor Schmerz, wenn Du nicht durch ein Wunder Deiner göttlichen Allmacht Dein Leben erhalten hättest, um den Kelch der Sühne für unsere Sünden bis zur Neige zu trinken.

Aus mitleidsvoller erbarmender Liebe willst Du, o Jesus, Dein Leben zum Opfer bringen; und Du hältst Umschau nach den Früchten des bevorstehenden furchtbaren Leidens. Aber ach, welch trostloses Bild stellt sich Deinem Geiste vor Augen! Bist Du nicht bereit, Dich allen Schmerzen und Peinen zu unterziehen, die die strafende Gerechtigkeit Gottes Dir zugedacht, um alle Menschen reinzuwaschen von ihren Sünden, in allen Seelen des verunstaltete Ebenbild Gottes wiederherzustellen und allen den Himmel zu öffnen? Und doch siehst Du, wie Gott auch fernerhin gekränkt und beleidigt, wie auch in Zukunft Sünde auf  Sünde, Verbrechen auf Verbrechen gehäuft wird. Dein göttliches Auge schaut die vielen Millionen, die Deine Erlösungsgnade nicht achten, Dein kostbares Blut mit Füßen treten, die trotz Deiner martervollen Hingabe und Aufopferung in den Abgrund der Hölle stürzen, wo sie ewig von Gott getrennt sein werden.

„Wo sind sie, die vielen, mit meinem Blute erkauften Seelen?“ höre ich Dich angstvoll und schmerzerfüllt ausrufen. „Wo sind jene aus dem auserwählten Volke? Wo die ungezählten Seelen der Heidenvölker? Wo so viele Christen, die der einzig wahren Kirche angehören sollten? Wo jene, die die Gnade hatten, in ihrem Schoße geboren zu werden? Wo sind meine Freunde, jene, von denen ich mit Recht eine besondere Liebe und Treue hätte erwarten kön-nen?“... So tönt es angstvoll und herzzerreißend von Deinen Lippen, o göttlicher Heiland!

Unbeschreiblich ist die Bitterkeit, die Du, o Jesus, empfindest beim Anblick dieser Seelen, für die Dein Leiden und Sterben ewig nutzlos ist. Nur wer die unendliche Liebe Deines Herzens zu erfassen vermöchte, könnte die Größe des Schmerzes ermessen, den Du über den Verlust dieser Dir so treuen Seelen erduldet hast in jenen Ölbergnacht. Dieses traurige Bild ist Dir schier unerträglich. Mit der ganzen Liebe Deines mitleidvollen Erlöserherzens ringst Du mit der erzürnten göttlichen Gerechtigkeit, um sie zu besänftigen und Gnade für diese unglücklichen Seelen zu erlangen! Sie wollen ja nicht, weisen alle Gnaden zurück und ziehen ein Leben kurzer, sündiger Lust der ewigen Seligkeit vor. „Umsonst“, klagst Du daher mit dem Psalmisten, „strecke ich meinen Arm aus, um die Seelen an mich zu ziehen; sie widerstehen mir, sie wollen zugrunde gehen.“ Da quillt reichlicher  Blutschweiß aus Deinen Poren hervor, und in Deiner Traurigkeit und Niedergeschlagenheit brichst Du in das immer flehentliche Bittgebet aus: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber, doch nicht mein Wille geschehe, sonder der Deine.“

O süßester Jesus, hast Du in jenen angstvollen Stunden auch über mich geweint, auch meinetwegen mit dem himmlischen Vater gekämpft, damit ich nicht zu den ewig Verlorenen gehören möchte? O, nimm mich lieber heute noch zu Dir in’s Paradies, wenn Du voraussiehst, daß ich Dich eines Tages beleidige. Das soll nimmermehr geschehen, o guter Heiland! Verleihe mir vielmehr die Gnade, Dir Linderung zu bringen in Deinem Schmerz und Leid, Dein Heiligstes Herz zu trösten für den Verlust der Seelen und den schwarzen Undank der Sünder. O guter Jesus, o Liebe ohne Grenzen, ich will Dich lieben aus allen Kräften, will aus Liebe zu Dir Apostel werden, um durch Gebet, Opfer und Leiden recht viele verirrte Schafe zu Dir, dem guten Hirten der Seelen, zurückzuführen.

Himmlischer Vater, schaue hin auf das Antlitz Deines geliebten Sohnes und erbarme Dich all jener Seelen, die er während der bitteren Todesangst geschaut, für die sein Heiligstes Herz so viel Not und Pein gelitten. Um der Verdienste seines kostbaren Blutes willen lasse sie nicht länger in Finsternis und Unglauben, in Verstocktheit und Lauheit dahinleben. Befreie sie von ihren Sündenketten und führe sie alle der ewigen Seligkeit zu. Amen.

V. Für den Verlust der Seelen
A. wollen wir Dich trösten, o Herr!
V. Schone, o Herr, schone Deines Volkes,
A. und zürne uns nicht in Ewigkeit.

Sühnegebet der Ehrenwache des Heiligsten Herzens Jesu

Göttlicher Heiland Jesus Christus, lasse Dich gnädig herab, einen Blick der Erbarmung auf Deine treuen Verehrer zu werfen, die hier in demselben Geiste des Glaubens sind, um zu Dei-nen Füßen ihre eigene Untreue und jene aller armen Sünder, ihrer Brüder zu beweinen! O könnten wir durch die einstimmigen und feierlichen Versprechen, die wir Dir jetzt machen wollen, Dein göttliches Herz rühren und Barmherzigkeit erlangen für uns, die nicht das Glück haben, Dich zu lieben! Ja, wir alle versprechen es Dir für die Zukunft:

Für die Vergangenheit und den Undank der Menschen, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für Deine Verlassenheit im heiligen Tabernakel, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Verbrechen der Sünder, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für den Haß der Gottlosen, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Gotteslästerungen, die man gegen Dich ausstößt, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Schmähungen gegen Deine Gottheit, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für den vielfachen Gottesraub, wodurch man das Heiligste Sakrament Deiner Liebe entehrt, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Beschimpfungen und Unehrbietigkeiten die in Deiner Gegenwart begangen werden, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Treulosigkeit, deren anbetungswürdiges Opfer Du bist, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für den Kaltsinn der größten Teil Deiner Kinder, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Verachtung Deiner zuvorkommenden Liebe, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Untreue jener, die sich Deine Freunde nennen, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für den Mißbrauch Deiner Gnaden, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für unsere eigenen Treulosigkeiten, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die unbegreifliche Härte unserer Herzen, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für unsere Lauheit in Deiner Liebe, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die bitterste Treulosigkeit, in die Dich der Verlust der Seelen versenkt hat, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für das lange Warten an der Tür unserer Herzen, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für unsere Nachlässigkeit in Deinem heiligen Dienste, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die bittersten Zurückweisungen, mit denen wir Deine Liebe vergelten, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Seufzer Deiner Liebe, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für die Tränen Deiner Liebe, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für Deine Gefangenschaft aus Liebe, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!
Für das Martertum Deiner Liebe, - Wollen wir Dich trösten, o Herr!

Lasset uns beten!

Göttlicher Heiland, Jesus Christus, Du ließest aus Deinem Herzen die schmerzliche Klage hervorgehen: „Ich habe Tröster gesucht und keine gefunden!“ Laß Dich herab, den schwachen Tribut unserer Tröstungen gnädig aufzunehmen, und verleihe uns den mächtigen Beistand Deiner Gnade, damit wir in Zukunft mehr und mehr alles fliehen, was Dir mißfallen könnte, und daß wir uns immer und überall als Deine treuen und ergebenen Verehrer erweisen! Wir bitten Dich darum durch Dein Heiligstes Herz, der Du als gleicher Gott mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebst und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Schlußgebet

Ich danke Dir, o göttlicher Heiland, für die mir in dieser Heiligen Stunde erwiesenen Gnaden. Möge das Andenken an Deine bittere Todesangst im Ölgarten sich immer tiefer in meiner Seele einprägen und mich mit demütiger Reue- und Sühnegesinnung erfüllen, sowie mit wahrer, opferbereiter Gegenliebe zu Deinem von unendlicher Liebe zu uns entzündenden Herzen.

Zum Beweise der Aufrichtigkeit meiner Gesinnung spreche ich mit der heiligen Margareta Maria Alacoque: "Ich weihe und übergebe hiermit dem Heiligsten Herzen unseres Herrn Jesus Christus, meine Person, mein Leben, meine Handlungen, Mühseligkeiten und Leiden, um mich in Zukunft ganz seiner Ehre und Verherrlichung zu weihen. Es ist mein fester und unwiderruflicher Entschluß, ihm ganz anzugehören, alles aus Liebe zu ihm zu tun, und aus ganzem Herzen zu entsagen, was diesem göttlichen Herzen mißfallen könnte. Ich erwähle also Dich, o Heiligstes Herz Jesu zum einzigen Gegenstand meiner Liebe, zum Beschützer meines Lebens, zur Sicherheit meines Heiles, zur Stütze in meiner Schwachheit und zur sicheren Zufluchstätte in der Stunde meines Todes. Sei also, o Herz der Güte, meine Versöhnung bei Gott, Deinem Vater, und wende von mir ab, die Geißel seines gerechten Zornes. O Herz der Liebe, auf Dich setze ich mein ganzes Vertrauen, von meiner Bosheit und Schwäche befürchte ich alles, aber von Deiner Güte hoffe ich auch alles. So verzehre denn in mir alles, was Dir am mir mißfallen oder widerstehen könnte. Deine reine Liebe präge sich so tief meinem Herzen ein, daß ich Dich niemals vergessen, noch jemals von Dir getrennt werden kann. Ich beschwöre Dich bei Deiner unendlichen Güte, laß meinen Namen tief in Dein Heiligstes Herz eingegraben sein, denn all mein Glück und mein ganzer Ruhm soll darin bestehen, in Deiner heiligen  Liebe zu leben und zu sterben.“ Amen. (Zur Gewinnung des vollkommenen Ablasses ist ein Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters hinzuzufügen: Vater unser, Gegrüßet seist du, Maria)






 
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