Rundbrief Nr. 38 - Herz-Jesu-Familie

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         Rundbrief Nr. 38 vom 30. Juni  2016 - Das Heiligste Herz Jesu - die Pforte zum Himmel

Pater Andreas Mählmann FSSPX
Bearbeitet von Heribert Immel

Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu verdient es, wieder in das Zentrum der Spiritualität gerückt zu werden so wie die heilige Messe. Früheren Generationen stand die Bedeutung des Herzens Jesu in seiner Beziehung zum heiligen Meßopfer deutlicher vor Augen. Gerade im Kirchbaustil des Barock der eine Antwort war auf den entseelten protestantischen Glauben ohne Priestertum und Messe, findet sich kaum ein Tabernakel oder Hochaltar; der nicht von einem flammenden Herzen gekrönt wäre. Und das ist von inhaltsschwerer Bedeutung im Hinblick auf das Geschehen am Altar.

In den Himmel einzugehen, bedeutet in Gott zu wohnen

In der Herz-Jesu-Litanei findet sich die Anrufung: „Heiligstes Herz Jesu, Haus Gottes und Pforte des Himmels. erbarme Dich unser.“ Einen solchen Stellenwert gibt die Kirche dem Herzen Jesu! Der Sohn, der „am Herzen des Vaters ruht“, ist Mensch geworden. Er hat ein menschliches Herz angenommen, damit wir durch dasselbe zum Herzen des Vaters zurückkehren können, das uns als ewige Heimat bestimmt ist. In den Himmel in das „Haus Gottes“ einzugehen, bedeutet gemäß dieser Anrufung aus der Herz-Jesu-Litanei, in das Herz Gottes einzutreten, in das Innenleben der heiligsten Dreifaltigkeit. So bringt es auch die Oration aus der heiligen Messe zum Fest der heiligen Margareta Maria Alacoque zum Ausdruck: „Herr Jesus Christus, Du hast den unergründlichen Reichtum Deines Herzens der heiligen Jungfrau Margareta Maria Alacoque wunderbar geoffenbart; verleihe uns auf Grund ihrer Verdienste und in ihrer Nachahmung die Gnade, daß wir Dich in allem und über alles lieben und so verdienen, in Deinem Herzen für immer eine Wohnstätte zu finden.“

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, wie die Geheime Offenbarung in ihren letzten beiden Kapiteln den Himmel beschreibt: In Form einer himmlischen Stadt, des himmlischen Jerusalems, die offenbar ganz in Gott eingetaucht ist. Da ist die Rede davon, daß es in dieser Stadt keine Sonne und keinen Mond mehr gibt: „Nacht wird nicht mehr sein, und man braucht nicht das Licht einer Lampe oder das Licht der Sonne, denn Gott der Herr wird über ihnen leuchten.“ Des Weiteren wird bemerkt, daß es keinen Tempel mehr geben wird, „denn ihr Tempel ist der Herr.“ Es ist der Ort, wo Gott alles in allem ist. In dieser Stadt zu sein, heißt in Gott seine Wohnstatt zu haben.

Das Herz Jesu  - die Tür zum Himmel

In der allgemein üblichen Darstellung Jesu mit Seinem Heiligsten Herzen wird uns der Zugang zum Heil sinnbildlich vor Augen geführt. Treffend hat der heilige Johannes den Lanzenstoß, der das Herz Jesu getroffen hat, beschrieben als eine „Öffnung“ Seiner Seite, beziehungsweise  als eine Öffnung Seines Herzens. Er durfte Augenzeuge dessen sein daß der Zugang zum himmlischen Jerusalem wieder geöffnet ward, die die Sünde verschlossen hatte. Der Herr weist mit Seinem Zeigefinger auf Sein geöffnetes Herz und spricht zu uns: „Ich bin die Tür. Wenn einer durch mich eintritt, wird er Heil erfahren.“ Schon im Alten Testament ist dieser Zutritt zum Heil angedeutet worden, und zwar in der Arche Noahs, die seitwärts eine Tür hatte: Durch sie konnte Noah mit den Seinen eintreten, um sich vor der drohenden Sündflut zu retten. Nun steht uns im Herzen Gottes eine neue Tür offen. Wer dem Untergang entgehen will, das heißt, wer nach seinem Tod endgültig in den Himmel eingehen will, muß schon hier auf Erden durch dieses Herz in das Innenleben Gottes eingetreten sein: „Niemand kommt zum Vater, außer durch mich!“ Dieses Wort unseres Herrn läßt keine Alternative zu. Niemand kommt zum Herzen des Vaters, außer durch das Herz des Sohnes.

In der üblichen Darstellung des Herzens Jesu, wie Er sich der heiligen Margareta Maria Alacoque gezeigt hat, brechen aus der Herzwunde Flammen der göttlichen Liebe hervor.

Gottes Werben um die Liebe Seiner Geschöpfe

Die Flammen der göttlichen Liebe, die aus dem geöffneten Herzen Jesu hervorbrechen, bringen zum Ausdruck, daß es ein brennendes Verlangen Gottes ist, uns in Sein Innenleben eintreten und an Seinem göttlichen Leben teilnehmen zu lassen. Er, der uns nicht bräuchte, hat doch eine brennende Sehnsucht danach, uns an Seiner Herrlichkeit teilnehmen zu lassen. Unser Herr spricht im Evangelium so klar davon: „Wenn ich am Kreuz erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen!‘ Dem Verlangen des Heilandes nach ist schon ein jeder Mensch, der das Licht der Welt erblickt, in Sein heiligstes Herz hineingeboren, denn sein Wille ist es, „daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“

Aber Er wollte auch, daß es nicht allein von Seinem Willen abhängt. Er will, daß wir uns mit einem freien Ja aus Liebe für Ihn entscheiden. Darum zwingt Er uns nicht, wirbt aber mit aller Kraft um unsere Liebe: „Da Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, so liebte Er sie bis zum Äußersten“ Vielen erscheint das Kreuz als eine Torheit. Aber jene, die Ihn wirklich erkannt haben, stehen am Fuß des Kreuzes fassungslos vor einer Liebe, „die alles Begreifen übersteigt“ Die Kirche findet dafür am Fest der Sieben Schmerzen Mariens die wunderbaren Worte, die sie im Angesicht des Gekreuzigten spricht: „Seine ganze Gestalt haucht Liebe aus, um wiedergeliebt zu werden: Das Haupt geneigt, die Hände ausgebreitet, die Seite geöffnet“ So wirbt Er am Kreuz um unsere Liebe: Das Haupt uns zugeneigt, um uns noch im Sterben einen Blick voll Erbarmen zu schenken; die Hände ausgebreitet, um uns an sich zu ziehen; die Seite geöffnet, um uns in das Heiligtum Seines Heiligsten Herzens eintreten zu lassen.

An diesem Werben Christi um die Liebe der Seelen nehmen die Priester teil durch ihr Predigt-amt. Es hatte offenbar nicht nur den Sinn des Besser-verstanden-Werdens, daß früher die Kanzeln im Allgemeinen ihren Platz mitten im Volk hatten. Auf der Kanzel stehend konnte der Prediger zu den meisten Gläubigen beim Sprechen keinen Blickkontakt halten. Doch genau gegenüber der Kanzel war sehr häufig ein lebensgroßes Kreuz angebracht, das ihm bei der Erfüllung seines Amtes direkt vor Augen stand. Im Blickkontakt mit Ihm, dem Gekreuzigten, dem er in diesen Augenblicken seine Zunge lieh, um die Seelen zu Ihm zu führen, sollte es ihm leichter fallen, die rechten Worte zu finden und den rechten Ton zu treffen, der die Herzen auf­zuschließen vermochte, nach dem Vorbild des heilige Paulus: „Als ich zu euch kam, Brüder, trat ich nicht mit überlegener Rede und Weisheit auf, als ich euch Kunde brachte vom Zeugnis Gottes. Denn ich hatte mir vorgenommen, nichts anderes unter euch zu wissen als Jesus Christus und diesen als Gekreuzigten“ - Quelle: Vereinigung Sankt Pius e.V. Stuttgart - Mitteilungsblatt November 2015 - Nr. 442 - Seite 13-17

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Die heilige Messe - die Pforte zum Herzen Jesu
Von Pater Andreas Mählmann FSSPX
Bearbeitet von Heribert Immel

Eine jede menschliche Seele ist ein einzigartiger Schöpfungsgedanke des Vaterherzens Gottes. Im Herzen Jesu hat sich uns dieses Vaterherz in Seiner Liebe zu uns geoffenbart. Gleichzeitig ist dieses Herz in der heiligen Messe der Weg, der uns in’s ewige Vaterhaus zurückführt

Der Priester beginnt die Zelebration der heiligen Messe an den Stufen des Altares mit den Worten „Introibo ad altare Dei “- „Ich will hineingehen zum Altare Gottes“ (von Latein intrire). Der Schlüssel zum Verständnis dieses ‚Hineingehens‘ ist das Heiligste Herz Jesu, denn dieses ist der Altar, auf dem das Opfer der heiligen Messe dargebracht wird. Das Opfer der Ganzhingabe Christi ist zuallererst ein geistiger Akt des Willens: Er hat in Seinem Herzen den Entschluß gefaßt, sich dem Vater für uns als Ganzopfer anzubieten, und darum ist Sein Herz auch der Altar, auf dem dieses Opfer zuerst geistigerweise dargebracht wurde, noch bevor Er es dann auch äußerlich getan hat.

Die heilige Messe ist die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Christi, das heißt, Christus leidet nicht aufs neue; aber in jeder heiligen Messe erneuert Er diesen geistigen Akt Seiner unbeschreiblichen Ganzhingabe an den Vater. Somit tritt, wer aktiv an der heiligen Messe teilnimmt, in dieses Geschehen ein, das sich im Heiligsten Herzen Jesu vollzieht! Dies bringt auch das Gebet zum Ausdruck, das der Priester leise spricht, wenn er nach dem Stufengebet zum Altar hinaufschreitet, wo nochmals vom „Hineingehen“ die Rede ist, diesmal in das „Sancta Sanctorum“, in das Allerheiligste, wo sich der Opferaltar befindet. Der Priester betet dieses Gebet in der Mehrzahl. Er nimmt die Gläubigen mit hinein in das Allerheiligste des Neuen Bundes, in das Herz Jesu, das durch die heilige Messe den ganzen Leib der Kirche „mit allem“ erfüllt. (Vergleiche Epheser 1, 23)

Daß es sich bei diesen Überlegungen tatsächlich um den Sinn der Kirche handelt, wenn sie das Meßopfer darbringt, erhellt aus ihrem Handeln bei der Konsekration eines Altares: In die Altarplatte sind fünf Kreuze eingraviert. Erzbischof Marcel Lefebvre führte dazu bei einer Altarkonsekration aus: „Die Kreuzzeichen bedeuten die Wunden Unseres Herrn Jesus Christus... ‚Altare Christus est’  sagt der Bischof wenn er Priester weiht: ‚Der Altar ist Christus.‘ Und dieser Christus ist der Christus am Kreuz ... Das stellt der Altar dar.“ (Vergleiche Damit die Kirche fortbestehe, Seite 697).

Die Kreuzzeichen sind die Stellen, die der Bischof bei der Altarkonsekration mit dem heiligen Chrisam salbt und auf denen er anschließend Weihrauch verbrennt. Dazu erklärt der Erzbischof in derselben Predigt: „In dem Augenblick, wo der Weihrauch, wo die Flamme gleichsam aus den Wundmalen Unseres Herrn Jesus Christus aufsteigt und die Liebe Jesu offenbart, hat sich der Bischof niedergekniet und wir haben das ‚Veni Sancte Spiritus - Komm Schöpfer Geist‘ gesungen und so kundgetan, daß der Geist Unseres Herrn sich aus diesen Wundmalen erhoben und zu unserer Heiligung ausgebreitet hat.“ (ebenda Seite  698)

Während vier Kreuze in den vier Ecken der rechteckigen Altarplatte plaziert sind, wird das fünfte Kreuz, das für die Herzwunde steht, bezeichnenderweise genau in der Mitte der Altarplatte eingraviert, an dem Ort, wo der Kelch bei der heiligen Messe zu stehen kommt. Kann die Kirche deutlicher zum Ausdruck bringen, daß sie das Opfer der heiligen Messe auf dem Altar des Herzens Jesu darbringt?

Eine Bestätigung dessen findet sich bei der heiligen Gertrud der Großen von Helfta (1256-1302). Ihr Werk „Gesandter der göttlichen Liebe“ ist in fünf Bücher unterteilt. Im vierten Buch beschreibt die Heilige, wie sie auf mystische Weise einer Messe beiwohnen durfte, die Jesus für Sie zelebrierte. Als sie zur Schilderung des Gesangs des Offertoriums kommt, beschreibt sie ihre Schau mit folgenden Worten: „Während dieses Gesangs schien das einzig würdigste Herz ‚Jesu auf Seiner Brust hervorzuragen in Gestalt eines goldenen Altars, der in feuerfarbenem Glanz wunderbar strahlte. Und alle zum Dienste der Menschen bestimmten Engel flogen herbei und opferten mit großer Freude auf dem Altar des göttlichen Herzens sämtliche von ihren Schützlingen verrichteten gute Werke und Gebete.‘ (Christiana Verlag, 2008, Seite 381)

Mitopferung und Mitverwandlung

Aktive Teilnahme an der heiligen Messe bedeutet, daß auch wir uns mit dem Herzen Jesu in Seiner Gesinnung der Ganzhingabe vereinen. So ermuntert der heilige Franz von Sales die heilige Johanna Franziska von Chantal: „Ihr Herz, das Sie Ihm (Gott) bereitet haben, sei Sein Haus (1 Moses 28, 2 ff) und Sein Altar, auf dem Er Tag und Nacht nur das Feuer Seiner heiligen Liebe brennen und leuchten lassen will (3 Moses 6, 12).“ Nichts anderes bedeutet es, an der heiligen Messe teilzunehmen: Durch den Willen, ganz Gott zu gehören treten wir mit dem Priester zum Altar des Herzens Jesu ein und halten dort dem Vater zusammen mit Seinem Herzen auch unser armes Herz hin.

Alle, die an der heiligen Messe teilnehmen, dürfen in der Hostie, die der Priester darbringt, auch ihren Leib beziehungsweise ihr Herz sehen. In den Wandlungsworten „Hoc est enim corpus meum - Das ist mein Leib“ ist in dem Wort ‚corpus‘ bezeichnenderweise auch das Wort ‚cor - Herz‘ enthalten, das für die Gesamtheit der menschlichen Person steht. In ähnlicher Weise dürfen wir in der Opferung des Weines nicht nur die Seele Christi, sondern auch unsere Seele sehen, die mitvorbereitet wird für die Mitverwandlung - in Christus. Das Geschehen auf dem Altar ist das Mysterium unseres Glaubens, durch das wir Christus immer inniger inkorporiert, das heißt, einverleibt werden. Hier vollzieht sich das Große, um das wir am Ende der Herz-Jesu-Litanei beten: „Mach mein Herz dem Deinen gleich!“   

Das bringt auch den Tropfen Wasser zum Ausdruck, den der Priester bei der Bereitung des Kelches in den Wein fallen läßt. Das Gebet spricht ausdrücklich von unserer Anteilnahme an der „Gottheit“ Christi. Wie der Tropfen Wasser im Wein versenkt und mitverwandelt wird, so versenkt uns Christus durch dieses Sakrament in die Tiefen Seines Heiligsten Herzens und vereint uns auf innigste mit sich selbst (Vergleiche Johannes  6 ,56).

Unsere Umgestaltung in Christus

Für die heilige Margareta Maria Alacoque ist das Herz Jesu der Ort, wo uns nach und nach die Vollendung unserer Seele geschenkt wird: „Das heiligste Herz Jesu zeigte sich mir oft auch als eine Feuersglut der Liebe, die die Seelen reinigt wie ein glühender Feuerherd.‘ Entspricht dies nicht dem Gloria der heiligen Messe? Dort beten wir: „Tu solus sanctus - Du allein bist der Heilige!“ So ist alle Heiligkeit eine Anteilnahme an der Heiligkeit Christi. Die Kraft, die uns innerlich umwandeln kann, ist das Feuer Seiner Liebe, der Heilige Geist, von dem Sein Herz entflammt ist: „Er gab uns Sein verwundetes Herz, damit wir darin weilen, bis wir ganz gereinigt und ohne Flecken sind, bis wir - Seinem Herzen gleichförmig - geeignet und würdig werden, zugleich mit Ihm in das göttliche Herz des Vaters eingeführt zu werden: (Tauler, Johannes, Dominikaner, Mystiker - um 1300 - gestorben 15.06.1361 in Straßburg)

So wird uns die heilige Messe - durch die heilige Kommunion - wahrhaft zur Pforte, durch die wir Zutritt haben zum Vater (Vergleiche Epheser 3, 12). Unsere Umwandlung in die ewige Liebe die Christus selbst ist, vollzieht sich in uns in dem Maß, wie wir dieses Wirken Seines Geistes in uns ersehnen und erbitten und bereit sind, mitzuwirken: „Wenn schon ihr ... euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der himmlische Vater den Heiligen Geist denen geben, die Ihn darum bitten!“ (Lukas  11, 13)

Diese unsere ersehnte Umgestaltung in Christus finden wir auch in den Riten unmittelbar vor der Wandlung zum Ausdruck gebracht, wenn der Priester zunächst die Hände flach über die Opfergaben hält. Man ist hier erinnert an die Bitte einer Gott liebenden Seele, die sich im Hohelied findet: „Lege mich wie ein Siegel auf Dein Herz!“ (Hohelied 5, 6) -

Wir legen in der heiligen Messe unser Herz auf den Altar des Herzens Jesu. Der Priester schließt diesen Ritus ab mit der Bitte an Gottvater, daß „diese Opfergabe“ - eben auch die Opfergabe unserer selbst -  werde „Leib und Blut Deines vielgeliebten Sohnes, Unseres Herrn Jesus Christus - Es geht um unsere Mitverwandlung. Darum bedarf es als Frucht des Opfers schlußendlich auch des Genusses der verwandelten Opferspeise, denn diese himmlische Speise wirkt so, daß sie uns in sich umwandelt.

Hier dürfen wir wahrhaft in Ehrfurcht die Verheißung empfangen: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ Es ist eine Vorwegnahme des Zustands im himmlischen Jerusalem: das Eingehen in Gott, das Wohnen in Ihm. So verstehen wir den heiligen Paulus, wenn er voll Freude ausruft: „Unser Wandel ist im Himmel!“ (Philipper 3, 20) Können wir nicht am Ende jeder heiligen Messe mit dem heiligen Paulus sprechen: Wir sind „hingetreten zum Berge Sion, zur Stadt des lebendigen Gottes, zum himmlischen Jerusalem, zu den unzähligen Engelscharen, ... zu Gott, dem Richter über alle, zu den Seelen der vollendeten Gerechten, zu Jesus, dem Mittler des Neuen Bundes, und zu dem Blute (!) der Besprengung, das mächtiger redet als das des Abel.“ (Hebräer 12, 22 ff)

Der Altar ist das Lebenszentrum einer Gemeinde. Hier tut sich der ganze Himmel vor den Augen unseres Glaubens auf. Nähern wir uns mit immer größerer Sehnsucht nach unserer Vollendung dem Altar, treten wir durch die heilige Messe ein in das Heiligste Herz Jesu! Die Heiligen sind nicht müde geworden, den Heiland unablässig zu bitten, sie in Seinem Herzen zu bergen. Das ist auch unser Weg. Auch wir können durch dieses Herz einmal endgültig heimkehren in das ewige Vaterherz Gottes, das uns durch einen Akt Seiner sich verströmenden Liebe aus dem Nichts hervorgezogen hat. Dazu sind allein nötig: Glaube und Vertrauen.

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„Alle meine Gedanken will ich auf das Herz des guten Jesus hinlenken. Ohne Zweifel wird es mir Kraft geben. Da ich also, süßester Jesus, Dein und mein Herz .gefunden habe, will ich beten zn Dir meinem Gott: Laß mein Gebet in das Heiligtum kommen, wo Du Erhörung schenkst, ja ziehe mich ganz in Dein Herz hinein!“ - Heiliger Bonaventura. - Quelle: Vereinigung Sank. Pius e.V. Stuttgart - Mitteilungsblatt Dezember 2015 - Nr. 443 - Seite 12-17



 
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