Rundbrief Nr. 20 - Herz-Jesu-Familie

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           Rundbrief Nr. 20 vom 07. Mai 2007 - Der heilige Bernhardin von Siena

Von Bernhardin degli Albizechi, der dreizehnhundertachtzig zu Massa-Carrara in der Nähe von Siea geboren und vierzehnhundertvier zum Priester geweiht wurde, hat man mit Recht betont, daß er unermüdlich die Verehrung des Heiligsten Namens Jesu gepredigt hat und gerade so Führer zum Herzen Jesu geworden ist. Er weist in seinen Predigten mehrfach auf das Herz Jesu hin in der Absicht, die unaussprechliche Liebe des Herrn zu den Menschen zu offenbaren und die Christen von Liebe zu ihm zu entflammen. Das Herz Jesu ist nach dem heiligen Bernhardin von Siena jener Gipfel, den es in der Passion Christi betrachtend zu besteigen gilt. Am Kreuze hangend zeigte Jesus, „daß sein Herz ein glühender Feuerofen überaus brennender Liebe ist, der das Universum ganz und gar und auf die wirksamste Weise entflammen und entzünden müßte.“

Das Herz Jesu ist nach diesem Franziskaner-Mönch ein Feuerofen der Liebe, ein goldenes, herzförmiges Rauchfaß, in welchem die glühenden Kohlen das brennende Verlangen nach unserem Heil und das glühende Gebet Christi für die ganze Menschheit waren. Aus dem Herz Jesu nahmen sowohl das göttliche Gebet des Vaterunser seinen Ursprung, die schönste und kostbarste Reliquie, die aus der Mitte des göttlichen Herzens kam, als auch die sieben Worte Jesu am Kreuz, die wieder nur Ausdruck unermeßlicher Liebe sind und mit Recht sieben Liebesflammen genannt werden können, die aus dem Feuerofen des Herzens Jesu emporloderten. Der heilige Bernhardin von Siena erklärt einmal: „Die geöffnete Seite Jesu erschließt uns sein Herz, das liebt bis zum Sterben. Wir sind eingeladen, in diese unaussprechliche Liebe einzutreten. Laßt uns also zum Herzen Jesu gehen, zu diesem tiefen Herzen, zu diesem Herzen, daß alles weiß, zu diesem Herzen, das liebt, zu diesem Herzen, daß vor Liebe brennt. Die Gewalt der Liebe hat die Pforten geöffnet treten wir ein!“

In der Erklärung von Johannes Kapitel neunzehn, Vers vierunddreißig sagt der heilige Bernhardin von Siena: „Johannes sagt: „Einer der Soldaten öffnete mit der Lanze seine Seite, und sogleich floß Blut und Wasser heraus.“ O Liebe, die alles dahingibt! Wie hast du zu unserer Erlösung den preisgegeben, der uns liebt! Damit die Fluten der Liebe uns ganz überströmen, darum brachen über uns große Abgründe auf, die Tiefen des Herzens Jesu, die harte Lanze, die bis in’s Innerste vorstieß, ließ sie nicht ruhen. Blut und Wasser flossen heraus, Blut zur Erlösung, Wasser zur Reinigung. Auf diese Weise wurde die Kirche aus der Seite Christi gebildet, nun weiß sie, daß sie von Ewigkeit her von Christus erkoren und geliebt worden ist.“

Man hat mit Recht betont, was der heilige Bernhardin von Siena fordert, wir Menschen sollten die Liebe des Herzens Jesu mit sühnender Liebe für alle Undankbarkeit der Menschen erwidern. Hier kommt der große Volksprediger des fünfzehnten Jahrhunderts schon ganz nahe an das heran, was Christus selbst in seiner Erscheinung vor der heiligen Margareta Maria Alacoque gefordert hat. Der heilige Bernhardin von Siena sagt, wir sollten dem Herzen Jesu unsere Dankbarkeit erweisen und es in all unseren Gebeten dem himmlischen Vater gegenüber zur Vermittlung einschalten. Er schließt diese Aufforderung mit dem bedeutungsvollen Satz: „... Das ist das erste Mysterium der herzlichen Liebe, in der der Herr von uns unser Herz verlangt, so wie auch er uns sein Herz geschenkt hat.“ Sein Festtag ist der 20. Mai.


 
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