Rundbrief Nr. 24 - Herz-Jesu-Familie

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Rundbrief Nr. 24 vom 00. Mai 2009 - Der heilige iIenäus

Heute möchte ich über die heilige Beichte schreiben. Sie ist leider fast vergessen worden. Die heilige Beichte darf man nicht vergessen. Wenn man bedenkt, wie viele heute zur heiligen Kommunion gehen, ohne vorher gebeichtet zu haben, dann kann man darüber nur erschrecken, denn sie empfangen den Leib des Herrn unwürdig. Der heilige Paulus schreibt: Wer den Leib des Herrn unwürdig empfängt, der ißt und  trinkt sich das Gericht. Gerade zu dieser Zeit sollte man doch das Gebot unserer heiligen katholischen Kirche befolgen, in dem es heißt: Du sollst Deine Sünden wenigstens einmal im Jahr beichten, und zwar zur österlichen Zeit. Bevor Sie zur heiligen Beichte gehen, sollten Sie sich gut darauf vorbereiten, indem Sie sich Zeit nehmen und den Beichtspiegel im Gebetbuch lesen. Sie werden staunen, welchen Sünden Sie begegnen, die Sie begangen haben, aber schon wieder vergessen haben. Cassetten und auch CD’s zu diesem Thema, sind bei mir kostenlos erhältlich.

Hinter jeder Sünde, und sei sie noch so klein, steckt der Teufel. Die Menschen kann man betrügen, Gott aber nicht, denn er schaut auf das Herz.

Der heilige Irenäus

Der um das Jahr einhundertunddreißig in Kleinasien geborene, vom heiligen Märtyrerbischof Polykarp von Smyrna erzogene Irenäus ging als junger Mann nach Gallien und wurde dort Priester und schließlich Bischof der Kirche von Lyon. Auf ihn geht höchstwahrscheinlich die Missionierung großer Teile Ostgalliens zurück.

Als der Asiate der Herkunft nach als Gallier der Wahl nach, ist Irenäus Zeuge des apostolischen Zeitalters und vor allem ein Mann der Kirche, dem die Kirche insgesamt und die Treue zur römischen Kirche im besonderen ein Herzensanliegen war. wie die beiden von ihm verfaßten Bücher „Adversus haerese“ („Gegen die Häresien“) und „Erweis der apostolischen Verkündigung“ beweisen.

„Er schrieb nicht, um die Häretiker in Stücke zu reißen, sondern „damit sie sich zur Kirche Gottes bekehren und Christus in ihnen Gestalt annimmt.“ Für Irenäus ist die Kirche „der Quellort des lebendigen Wassers das uns Menschen aus dem Herzen Jesu zufließt.“ Das lebendige, aus dem Herzen kommende Wasser aber ist für ihn der Heilige Geist., der die ganze Kirche  belebt und beseelt. „In uns allen aber ist der Heilige Geist, und der ist das lebendige Wasser, das der Herr allen spendet, die in rechter Weise an ihn glauben.“ „Wo die Kirche ist, da ist der Geist Gottes; und wo der Geist Gottes ist, da ist die Kirche und alle ihre Gnade. Der Geist aber ist  Wahrheit. Wer also nicht an diesem Geist Anteil hat, der wird auch nicht an der Brust der Kirche zum Leben ernährt, der kann auch nicht trinken von dem kristallklaren Wasserquell, der dem Leib Christi entspringt.“

Zu diesen Sätzen des heiligen Irenäus hat H. Rahner folgende Bemerkung gemacht: „Was hier der Presbyter von Lugdunum (Irenäus) in theologischer Abwehr der gnostischen Häresien sagt, ist zur gleichen Zeit auch die Überzeugung der Frömmigkeit seiner Christengemeinde. Davon gibt uns heute noch klassisches Zeugnis der Bericht, den ein Mitglied der Kirche von Lyon an die Glaubensbrüder in Kleinasien vom Märtyrium des Diakons Sanctus aus Vienne sandte. Mitten in den furchtbaren Qualen der Folterung blieb dieser Urchristliche Held standhaft und wiederholte auf alles Befragen immer nur das eine Wort: „Ich bin ein Christ.“ Den Grund für diese Kraft gibt der Märtyrerbrief aus Lyon mit folgenden Worten an, die eines der großen Zeugnisse altchristlicher Herz-Jesu-Verehrung sind: „Er aber blieb unerschütterlich und fest und blieb unnachgiebig bei seinem Bekenntnis, denn wie ein linder Tau und wie eine Kraft floß auf ihn aus himmlischer Quelle das lebendige Wasser, das da ausgeht, aus dem Inneren des Herrn, das heißt, aus dem Herzen Christi.“ Vor dem Blick des Märtyrers stand also der verherrlichte Christus, der lebendige Fels, aus dessen Innerem der himmlische Wasserquell fließt. Dieses „aus dessen Innerem,“ das man mit Recht „aus dem Herzen Christi“ übersetzen kann, ist eine unmittelbare Anspielung auf Johannes Kapitel sieben, Vers achtunddreißig, wo Jesus sagt: „Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.“ Dieses Christuswort wurde in der kleinasiatischen Theologie, von der Irenäus noch geprägt war, zusammengeschaut mit dem Bild von Christus als dem wasserspendenden Felsen in der Sicht des heiligen Paulus im ersten Korintherbrief Kapitel zehn, Vers vier: „Alle unsere Väter aßen die gleiche gottgeschenkte Speise und tranken den gleichen gottgeschenkten Trank, denn sie tranken aus dem lebenspendenden Felsen , der mit ihnen zog. Und dieser Fels war Christus.“

Der Wasserquell aus dem geöffneten Inneren Christi, aus dem durchbohrten Herzen Jesu, ist der biblische, von den apostolischen Vätern, zu denen besonders auch Irenäus gehört, weiter-geführte Ursprung und die Vorgeschichte dessen, was wir heute Herz-Jesu-Verehrung nennen, denn in der heutigen Herz-Jesu-Präfation haben wir das getreue Echo von dem, was bei Irenäus anklingt: „Am Kreuz erhöht, hat Er (Christus) sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömten Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entsprangen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heils.“

 
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